Helden-Geburtstag

Max Euwe

20. Mai 1901

Gleich zwölf Mal, und damit ist er der Rekordhalter, gewann er die Landesmeisterschaft, sechs Mal davon in Folge. Das zeigt allein schon seine Vorrangstellung im niederländischen Schach der 20er und 30er-Jahre. Er krönte die steile Karriere mit dem Weltmeistertitel, den er sich 1935 von Alexander Aljechin schnappte. Er galt da sogar als Amateur, weil er hauptberuflich Mathematiklehrer war. Bekannt wurde er auch als Theoretiker und Schachautor: Am bekanntesten sind u. a. „Meister gegen Amateur“, „Amateur wird Meister“, „Meister gegen Meister“, „Urteil und Plan im Schach“, „Theorie der Schach-Eröffnungen“, „Feldherrenkunst im Schach“, „Endspiellehre und ihre praktische Anwendung“.

Die „Perle von Zandvoort“ Max Euwe – Alexander Aljechin, WM-Match 1935, auf chessgames.com

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Wilhelm Steinitz

14. Mai 1836

Wann hat das moderne Schach angefangen? Darüber streiten sich Schachhistoriker ein wenig. Klar ist aber, dass Wilhelm Steinitz derjenige war, der zum ersten Mal explizit positionelle Grundsätze für das  Schach formulierte. Sozusagen per „wissenschaftlicher“ Herangehensweise. Steinitz ist der erste, der offiziell den Titel „Weltmeister“ trug. Erstritten hat er sich ihn im Kampf gegen Zukertort.

Wilhelm Steinitz – Curt von Bardeleben, Hastings 1895

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Ludek Pachman

11. Mai 1924

Pachman war einer der bekanntesten Vertreter des tschechischen Schachs. In den Folgen des Prager Frühlings wurde er inhaftiert, später durfte er nach Deutschland ausreisen. Er vertrat eine stark antikommunistische Haltung, was dazu führte, dass sowjetische Spieler Turnier boykottierten, an denen Pachman teilnahm. Pachman spielte lange in der Bundesliga, und unterrichtete in den 80er-Jahren am Schachgymnasium Altensteig. Fleißig und beliebt war er als Schachautor: besonders das dreibändige Werk „moderne Schachstrategie“ hat einigen Schachgenerationen bereichert.

Ludek Pachman – Wolfgang Uhlmann, Havanna 1966, auf chessgames.com

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Lothar Schmid

10. Mai 1928

Weltweit bekannt wurde der Bamberger Großmeister als Schiedsrichter: er leitete das legendäre WM-Match zwischen Fischer und Spasski 1972. 1959 wurde er zum Großmeister, war aber nie Schachprofi. Vielmehr war er der Karl-May-Verleger, was ihm die Zeit zu intensivem Schach nahm. Auf elf Schacholympiaden vertrat der das deutsche Team. Er war auch ein starker Fernschachspieler und wurde zweimal Vizeweltmeister. 2005 wurde er zum Schachschiedsrichter des Jahrhunderts gewählt.

Efim Bogoljubow – Lothar Schmid, Bad Pyrmont 1949, auf chessgames.com

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Eric Lobron

07. Mai 1960

Als eines der größten deutschen Talente in der Generation nach Robert Hübner errang Lobron im Alter von 22 Jahren den Großmeistertitel. Bereits 1980 gewann er die deutsche Einzelmeisterschaft, mischte bis Mitte der 90er-Jahre bei zahlreichen Opens vorne mit und nahm an insgesamt 8 Schacholympiaden teil. Nach längerer Turnierpause geht er seit 2015 wieder für Schott Mainz an die Bretter und ist online als „GM Yardbird“ gefürchtet.

Eric Lobron – Murray Chandler, Bundesliga 1986, bei chessgames.com

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Rudolf Spielmann

05. Mai 1883

„Der letzte Ritter des Königsgambits“ war bekannt für sein brillantes Angriffs- und Kombinationsschach. Bezeichnend, dass er als Autor sein Buch dem Opfer im Schach widmete. „Richtig opfern!“ zählt bis heute zur langlebigen Schachliteratur.  Bis in die Dreißigerjahre spielte er munter in der Weltspitze mit, und zwar sehr aktiv: in knapp 120 Turnieren lehrte er seine Gegner das Fürchten.

Rudolf Spielmann – Jorgen Moeller, Göteborg 1920, bei chessgames.com

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Andor Lilienthal

05. Mai 1911

Lilienthal war in seiner Jugend zum Schneider ausgebildet worden, bevor er sich dem Schachspiel widmete. Schnell wurde er besser und verdiente sich sein Geld lieber in Schachcafés. In den 30er-/40er-Jahren zählte er regelmäßig zu den Top-Ten-Spielern. In den 50ern begann er als Trainer zu arbeiten, unter anderem auch mit Tigran Petrosjan.  .  Als er 2010 starb war er der letzte Schachspieler, der noch Aljechin, Capablanca und Lasker geschlagen hatte.

Andor Lilienthal – Jose Raul Capablanca

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Nona Gaprindaschwili

03. Mai 1941

Die Damen-Weltmeisterin von 1962-1978 errang als erste Frau den Großmeistertitel. Sie war in ihrem Heimatland Georgien so populär, dass ein Parfum ihren (Vor-) Namen trug. Sie war bei 12 Schacholympiaden im georgischen Damenteam, die sie mit ihrem Team auch fast alle gewann.

Nona Gaprindaschwili – Rudolf Servaty, Dortmund 1974, bei chessgames.com

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Alexander Tolusch

01. Mai 1910

Ein „Spieler der Eingebung“, so nannte ihn sein früherer Schüler und späterer Weltmeister Boris Spasski. Der Leningrader war ein glänzender Taktiker und Kombinationsspieler, der so manchen Schönheitspreis abräumte.

Der Eröffnungstheorie hat er in der Slawischen Eröffnung seinen Namen vermacht, seinem Spielstil gemäß einem Gambit: das Tolusch-Geller-Gambit (1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 dc 5.e4!) .

Alexander Tolusch – Michail Botwinnik, Moskau 1944, auf chessgames.com http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1032086

Wikipedia-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Kasimirowitsch_Tolusch

Wolfgang Uhlmann

29.April 1935

Wolfgang Uhlmann war der erfolgreichste Spieler der DDR. Er gewann elf Mal die Landesmeisterschaft. Ebenso oft ging er für die DDR bei Schacholympiaden ans Brett. 1964 sogar mit dem besten Einzelergebnis am Spitzenbrett.
Französisch-Spielern wird Uhlmann auch ein Begriff sein, spielt er die Eröffnung doch seit Jahrzehnten, und hat ihr auch ein Buch gewidmet („Ein Leben lang Französisch. Französisch – richtig gespielt“).

David Bronstein – Wolfgang Uhlmann, Tallinn 1977, auf chessgames.com

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